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Ingrid Simons (Eindhoven, 1976) malt in lockerem, expressivem Stil. In den vergangenen Jahren bildet Landschaft ihren Ausgangspunkt. In einem Teil ihrer Arbeiten sind die landschaftlichen Elemente deutlich zu erkennen, aber ebenso häufig stehen die breiten Farbstreifen für sich selbst und widersprechen jeglichem Ansatz von Perspektive.
Der Moment, in dem Farbe beginnt, ein Bild zu formen, reizt sie. Sie versucht, den Übergang von Abstraktion zum Figürlichen und die Grauzone dazwischen in ihren Arbeiten einzufangen. Die Farbe bekommt Raum, läuft hier und da frei über die Leinwand und so entstehen neue Bilder und unerwartete Lösungen. Sie erschafft eine Landschaft und verändert sie, bis eine neue Konstellation entstanden ist, die nur noch schwer mit der Wirklichkeit in Verbindung zu bringen ist.
Simons beschränkt sich auf wenige Farben. Viele ihrer Bilder sind schwarz-weiß. Dadurch entfernen sie sich von vornherein von der Wirklichkeit. Sie erhalten dadurch auch eine sachliche, etwas kühle Ausstrahlung. Wo Farben benutzt werden, wird das Ganze sofort angenehmer und zugänglicher. Farbe mildert und bringt die Erfahrungswelt näher. Die Farbe Schwarz sorgt für eine Schwere und Bedeutung in den Bildern und wird ausgiebig benutzt. Die Landschaften, die sie kreiert, haben hochromantischen Charakter. Sie setzen sich aus Nadelbäumen, Waldlichtungen, Bergkämmen und verlassenen Häusern zusammen. Es sind Nocturnes, Stücke, die die Nacht besingen, mit Mondlicht und dunklen Schatten.
Die Verlassenheit und die Leere, die aus den Bildern sprechen, sind ergreifend. Die Landschaften gleichen zwar nicht den heimischen, doch sie sind für jeden erkennbar. Vielleicht sind es Fantasielandschaften, Bilder von Ängsten, Hirngespinste. Als Betrachter kann man endlos darin umherschweifen, auf der Suche nach Klarheit und Zusammenhang.
© Saskia van der Wiel, mei 2010
Ubersetzung NL-D Karin Noffke
